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𝐕𝐞𝐫𝐬𝐩𝐫𝐞𝐜𝐡𝐞𝐧, 𝐯𝐞𝐫𝐭𝐫ö𝐬𝐭𝐞𝐧,….𝐝𝐢𝐞 𝐅𝐨𝐥𝐠𝐞𝐧 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐬 𝐏𝐨𝐥𝐢𝐭𝐢𝐤𝐬𝐭𝐢𝐥𝐬

Kom­men­tar von Maria Eli­sa­beth Rieder

Ver­spre­chen, ver­trös­ten, wie­der ver­spre­chen, hin­aus­zö­gern, ande­re Schul­di­ge suchen – so sieht die poli­ti­sche Stra­te­gie der SVP der letz­ten Jah­re aus. Die Fol­gen sind gra­vie­rend: Ver­trau­ens­ver­lust, Wut, Resi­gna­ti­on, Poli­tik­ver­dros­sen­heit und die Anfäl­lig­keit für extre­me Par­tei­en. Jah­re­lang wur­den öffent­li­che Bediens­te­te hin­ge­hal­ten, mit lee­ren Ver­spre­chun­gen abge­speist, vom Haus­halt auf den Nach­trags­haus­halt ver­trös­tet. Am Ende gab es statt Infla­ti­ons­aus­gleich nur „Ein­mal­zah­lun­gen“, Gehalts­er­hö­hun­gen blie­ben aus.

Ähn­lich ver­hält es sich mit dem Drit­ten Sek­tor: Beschäf­tig­te war­ten bis heu­te auf Gehalts­an­pas­sun­gen und Nach­zah­lun­gen, obwohl wie­der­holt ange­kün­digt. Auch bei Sozi­al­leis­tun­gen fehlt oft die Infla­ti­ons­an­pas­sung, Sozi­al­bei­trä­ge blei­ben seit 2013 nahe­zu unver­än­dert. Bei der Pfle­ge­ein­stu­fung zei­gen sich mona­te­lan­ge War­te­zei­ten trotz gro­ßer Ankün­di­gun­gen. Demenz­kran­ke sol­len künf­tig auto­ma­tisch Pfle­ge­geld erhal­ten – „hof­fent­lich ab Ende des Jah­res“. Per­sön­li­che Assis­tenz? Wie­der nur lee­re Versprechen.

Was pas­siert, wenn stän­dig Ver­spre­chen gemacht, aber nicht ein­ge­hal­ten wer­den? Solan­ge Men­schen noch reagie­ren, ist das ein Zei­chen, dass Hoff­nung besteht. Des­halb ist die Akti­on der Leh­rer­schaft ein star­kes Signal: „Wir glau­ben euch erst, wenn das Geld auf dem Kon­to ist.“ Ver­trau­en wird ver­spielt – zu Recht. Noch gra­vie­ren­der ist die Wut: Ent­täusch­te keh­ren nicht zurück, sie wäh­len nicht mehr oder ori­en­tie­ren sich an denen, die ein­fa­che Lösun­gen ver­spre­chen. Am schlimms­ten ist die Resi­gna­ti­on: Jeg­li­ches Ver­trau­en ist dahin, der Ein­druck ent­steht, „eh alle sind gleich“.

Mei­ne Schluss­fol­ge­rung: Erst han­deln, Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen und dann Ergeb­nis­se prä­sen­tie­ren. Poli­tik soll­te nicht mit Plä­nen und Ankün­di­gun­gen beein­dru­cken, son­dern mit dem, was tat­säch­lich umge­setzt wird. Nur so lässt sich Poli­tik­ver­dros­sen­heit wirk­sam entgegenwirken.

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