Über Katja Hazod

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Heimat ist ein Gefühl

Das Wort „Heimat“ ruft in mir Erinnerungen an meine Kindheit wach. Gerüche, bestimmte Plätze und damit verbundene Gefühle und Atmosphären: der Geruch von frisch gemähtem Gras und eingelagertem Heu. Heimat sind für mich die Berge im Sommer wie im Winter.

Wenn ich frühmorgens noch im Dunkeln aufbreche um einen Gletscher zu begehen, dann spüre ich die Heimat in mir und um mich herum.

Heimat sind für mich vertraute Orte, zu denen ich immer wieder zurückkehren kann und wo ich meine Wurzeln besonders gut spüre. Kraftplätze, an denen ich mich aufgehoben und gleichzeitig frei fühle. Der richtige Ort um anstehende Entscheidungen mit Bedacht zu prüfen, und sie dann mit Kraft umzusetzen. Ein solcher Kraftplatz ist für mich das Keilbachmoos hoch über meinem Heimathof.

Doch Heimat ist nicht nur das Schwelgen in Erinnerung, sondern es braucht auch den Fokus auf das Hier und Jetzt sowie auf eine lebendige Zukunft, die gestaltet werden will.

Ich empfinde es als großes Glück, Südtirol meine Heimat zu nennen, hier zu leben, zu arbeiten und mich einbringen zu dürfen, unter enger Verbindung von Tradition und Moderne, von Bewahrung und Innovation.

Ein wesentlicher Teil des Heimatgefühls ist das soziale Miteinander, das Eingebunden-Sein in eine Gemeinschaft und das Engagement für ein gutes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Generation oder Herkunft. Hierfür will ich mich stark machen und meinen Beitrag leisten.

Ich habe es schon mehrfach betont: Heimat ist für mich unsere wunderbare Natur, unsere Berge und Täler, die Wälder, Wiesen und Bäche. Sie gehören uns allen, nicht nur einigen wenigen, und es gibt Grenzen in der wirtschaftlichen Beanspruchung dieses Juwels, besonders wenn es um die touristische oder energetische Nutzung geht.

Faire Entlohnung für gute Arbeit

Es ist höchst an der Zeit für reale Lohnerhöhungen zugunsten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern

Wirtschaftsaufschwung und so gut wie keine Arbeitslosigkeit, darüber können wir uns in Südtirol aktuell freuen. Die Wirtschaft blüht, der Tourismus boomt. Doch kommt dieser Aufschwung auch bei allen an? Die Zahlen des AFI und ASTAT beweisen, dass dem nicht so ist: Die Reallöhne sind im Zeitraum von 2010 bis 2017 drastisch gesunken, und zwar um 2 Prozent in der Privatwirtschaft und um 10 Prozent im öffentlichen Dienst. Dem gegenüber stehen steigende Mieten und immer höhere Lebenshaltungskosten.

32 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler geben an, mit ihrem Lohn nicht ans Monatsende zu kommen.

Besonders die junge Generation sieht sich mit extrem niedrigen Löhnen konfrontiert, und nicht wenige junge Leute sind gezwungen, einen Zweitjob anzunehmen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Egal, ob im Handwerk, im Gastgewerbe oder im Dienstleistungssektor: Unsere Jugend ist gut ausgebildet, verdient aber wenig. Besonders hart trifft es junge Freiberufler, hier lautet das Arbeitsmotto „Viel Arbeit für wenig Geld“, nicht zu reden von der ungleichen Entlohnung weiblicher Arbeitskräfte im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Nicht viel besser geht es den Arbeitnehmer-Familien: Ein jährliches Durchschnittseinkommen von 22.000 Euro erlaubt kein sorgenfreies Leben, und nicht selten, wird der Traum vom Eigenheim zur Schuldenfalle. Junge Paare, die aus eigener Kraft eine Wohnung kaufen oder bauen, verschulden sich häufig für Jahrzehnte.

Was tun, damit der Lohn wieder reicht?

Sozialleistungen sind wichtig, doch die meisten von uns wollen aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt sorgen und nicht zu Bittstellern werden. Der Lohn muss zum Leben reichen. Deshalb kämpfen wir im ASGB seit jeher für Lohnerhöhungen. Während der Wirtschaftskrise haben die Arbeitgeber, Entgegenkommen und Opfer von ihren Angestellten verlangt. Jetzt ist es an der Zeit, den wirtschaftlichen Erfolg und seine positiven Ergebnisse gerechter aufzuteilen. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen an den Verhandlungstisch, um reale Lohnerhöhungen zu vereinbaren.

Keinen Hausarzt?

Der aktuelle Hausärztemangel kann schnell zu Engpässen in der medizinischen Grundversorgung führen.

85 Hausarztstellen sind derzeit in Südtirol unbesetzt, 11 davon allein im Pustertal. Das Recht der Bürgerinnen und Bürger einen Vertrauensarzt in ihrer Nähe zu haben, ist damit relevant eingeschränkt, und das ist erst der Anfang:

Denn in den nächsten drei bis fünf Jahren steht die Pensionierung von 50 Prozent der Hausärzte an.

Dem gegenüber steht der Landesgesundheitsplan, ausgearbeitet unter Landesrätin Martha Stocker, der eine Erweiterung der Aufgaben und Zuständigkeiten von Hausärzten und territorialem Pflegepersonal vorsieht. Doch wer soll diesen massiven Mehraufwand übernehmen, wenn die Hausärzte weniger anstatt mehr werden?

Tatsächlich werden die verbleibenden Hausärzte das Arbeitspensum nicht stemmen können, und ein Teil der Südtiroler Bevölkerung sieht sich schon jetzt mit Wartelisten oder Absagen bei der Wahl des bevorzugten Hausarztes konfrontiert.

Es ist Aufgabe der Politik, die Erarbeitung von Lösungen zu unterstützen, auch wenn es dafür einen langen Atem braucht. Vor allem für junge Ärztinnen und Ärzte muss Südtirol als Arbeits- Lebensmittelpunkt attraktiv sein, und das nicht nur in den zentralen Krankenhäusern, sondern als Grundversorgungsärzte am Land.

Langfristig brauchen wir mehr Studienplätze für Medizin an den Universitäten. Südtirols Gesundheits- und Bildungspolitik muss dieses Bedürfnis in Kooperation vor allem mit dem österreichischen Universitäten umsetzen wollen.