Mit einer Anfrage an die Landesregierung hat die Team-K-Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder nach dem aktuellen Stand der Tagespflegeangebote für Seniorinnen und Senioren in Südtirol gefragt. Die Antwort bringt nun mehr Klarheit über die Versorgungssituation im Land. Sie zeigt: Einerseits sind zahlreiche neue Tagespflegeplätze geplant, andererseits fehlen wichtige Daten darüber, wie viele Menschen tatsächlich auf einen Platz warten oder aufgrund fehlender Angebote nicht aufgenommen werden können.
„Wenn Angehörige Beruf, Familie und Pflege unter einen Hut bringen müssen, kann die Tagespflege eine enorme Entlastung sein. Sie ermöglicht älteren Menschen, weiterhin zuhause zu leben, und gibt pflegenden Angehörigen Zeit zum Durchatmen und die Möglichkeit, den Beruf auszuüben. Umso wichtiger ist es, dass ausreichend Angebote vorhanden sind“, betont Maria Elisabeth Rieder.
Derzeit stehen in Südtirol laut Landesregierung 208 Tagespflegeplätze in eigenen Tagespflegeeinrichtungen zur Verfügung. Zusätzlich geht das Land von weiteren rund 200 Tagespflegeplätzen in Seniorenwohnheimen aus. Diese werden flexibel angeboten und müssen von den Einrichtungen nicht gemeldet werden. Die tatsächliche Anzahl dieser Plätze ist der Soziallandesrätin daher nicht bekannt. Gleichzeitig zeigt die Antwort, dass der Ausbau der Tagespflege in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden soll. Bereits errichtet wurde in Brixen das Tagespflegeheim „Ella“ mit 12 Plätzen. Weitere Einrichtungen befinden sich in Bau oder Planung, unter anderem in Welsberg, Lüsen, Margreid, Riffian, Sarnthein und St. Walburg in Ulten. Darüber hinaus sollen bestehende Angebote etwa in Mals, Sterzing und Bruneck erweitert werden. Insgesamt sind damit mehr als 100 zusätzliche Plätze geplant. Wie lange es aber dauert, bis die Plätze zur Verfügung stehen, diese Antwort kann die Landesrätin nicht geben.
Besonders kritisch bewertet die Team K Abgeordnete, dass grundlegende Informationen über den tatsächlichen Bedarf fehlen. Weder das Land noch das zuständige Amt verfügen über Daten zu Wartelisten oder zu Personen, die aufgrund fehlender Plätze nicht aufgenommen werden konnten. Auch darüber, wie viele Menschen im Jahr 2025 keinen Tagespflegeplatz erhalten haben, liegen keine Informationen vor. Laut Antwort der Landesregierung liegt die Bedarfserhebung und Planung neuer Angebote bei den Gemeinden und Bezirksgemeinschaften. Im Sozialplan 2030 wurde zwar ein Richtwert von einem Tagespflegeplatz pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner über 75 Jahren festgelegt, konkrete landesweite Daten über Wartelisten oder nicht erfüllte Anfragen werden jedoch nicht erhoben. Für Maria Elisabeth Rieder ist klar, dass der demografische Wandel die Bedeutung solcher Angebote in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird. “Die Angebote braucht es dringend und flächendeckend im ganzen Land. Ältere Menschen möchten ihren Lebensabend so lange wie möglich zuhause verbringen. Gleichzeitig übernehmen Angehörige einen großen Teil der Betreuung und Pflege, doch die meisten von ihnen sind berufstätig, hier ist die Tagespflege gefragt.” Sie verweist zudem darauf, dass die Landesregierung selbst immer wieder die Bedeutung der häuslichen Pflege hervorhebt. „Landesrätin Pamer betont regelmäßig, wie wichtig es ist, ältere Menschen möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld zu betreuen. Auch der Landeshauptmann hat erst kürzlich im Landtag unterstrichen, dass ältere Menschen so lange wie möglich zuhause bleiben sollen. Dieses Ziel teile auch ich, wer möchte nicht möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben? Aber dann müssen auch die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Tagespflegeangebote sind dabei ein wichtiger Baustein. Wer häusliche Pflege stärken will, muss auch jene Unterstützungsangebote ausbauen, die pflegende Angehörige entlasten und ihnen ermöglichen, Beruf, Familie und Pflege miteinander zu vereinbaren. Wir können die Verantwortung nicht allein den Angehörigen überlassen. Gute Sozialpolitik braucht verlässliche Daten, nur so können wir sicherstellen, dass ältere Menschen möglichst lange zuhause bleiben können und Familien die notwendige Entlastung erhalten“, betont Maria Elisabeth Rieder.
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