Webseite (5)

IO-App erkennt Umlau­te nicht: Füh­rer­schein kann nicht hin­ter­legt werden

Zahl­rei­che Süd­ti­ro­le­rin­nen und Süd­ti­ro­ler kön­nen ihren digi­ta­len Füh­rer­schein der­zeit nicht in der staat­li­chen App „IO“ hin­ter­le­gen, wenn ihr Vor- oder Nach­na­me Umlau­te ent­hält. Bei der Akti­vie­rung erscheint eine Feh­ler­mel­dung im Zusam­men­hang mit den per­sön­li­chen Mel­de­da­ten („pro­ble­ma ana­gra­fe“). Auf die­se Pro­ble­ma­tik hat­te die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Maria Eli­sa­beth Rie­der mit einer Anfra­ge im Land­tag auf­merk­sam gemacht.

Aus der nun vor­lie­gen­den Ant­wort von Lan­des­haupt­mann Arno Kom­patscher geht her­vor, dass die Lan­des­re­gie­rung das Pro­blem kennt und bereits zu Beginn des Jah­res Kon­takt mit dem ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­te­ri­um auf­ge­nom­men hat. Zudem habe der Lan­des­haupt­mann das The­ma per­sön­lich bei einem Tref­fen mit Innen­mi­nis­ter Matteo Pian­te­do­si in Rom ange­spro­chen. Die zustän­di­gen Stel­len sei­en inzwi­schen mit der Prü­fung mög­li­cher Lösungs­an­sät­ze befasst.

Es ist wich­tig, dass sich die Lan­des­re­gie­rung um die Ange­le­gen­heit küm­mert. Den­noch zeigt die­ser Fall, dass die sprach­li­che Rea­li­tät Süd­ti­rols in staat­li­chen digi­ta­len Sys­te­men noch immer nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wird“, erklärt Maria Eli­sa­beth Rieder.

Für vie­le Betrof­fe­ne bedeu­tet das Pro­blem eine kon­kre­te Benach­tei­li­gung bei der Nut­zung der IO-App. Gera­de in Süd­ti­rol, wo zahl­rei­che Fami­li­en­na­men Umlau­te ent­hal­ten, müs­se sicher­ge­stellt wer­den, dass digi­ta­le Anwen­dun­gen ohne Ein­schrän­kun­gen funk­tio­nie­ren. Kri­tisch sieht die Team K‑Abgeordnete, dass es kei­ne Infor­ma­tio­nen gibt, wann die­se Pro­ble­me gelöst werden.

Die Digi­ta­li­sie­rung darf nicht dazu füh­ren, dass Men­schen auf­grund ihrer Namen aus­ge­schlos­sen wer­den. Umlau­te sind ein selbst­ver­ständ­li­cher Bestand­teil unse­rer Spra­che und Iden­ti­tät. Des­halb erwar­te ich mir von den zustän­di­gen staat­li­chen Stel­len eine rasche tech­ni­sche Anpas­sung, damit alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die digi­ta­len Ange­bo­te glei­cher­ma­ßen nut­zen kön­nen“, so die Team K Abge­ord­ne­te abschließend.

Beitrag teilen