Die Tagessätze in Südtirols Seniorenheimen sind in den letzten zwei Jahren massiv gestiegen. In Brixen etwa wurden die Tarife in den Seniorenwohnheimen teilweise um bis zu 17,46 Euro pro Tag erhöht – der höchste Anstieg landesweit. Ich beziehe mich dabei auf die Antwort von Landesrätin Pamer auf meine Landtagsanfrage zu den Tarifen in den Südtiroler Seniorenheimen. Die Tariftabelle der Seniorenheime wurde von Die Neue Südtiroler Tageszeitung veröffentlicht.
Die zuständige Landesrätin erklärt diese Entwicklung wie folgt: „Die Preissteigerungen sind auf die Verhandlungen zum neuen Kollektivvertrag von 2024 und die damit verbundenen Gehaltserhöhungen für Pflegekräfte zurückzuführen, wobei 90 Prozent der dafür anfallenden Kosten das Land übernimmt.“
Aus meiner Sicht wird hier der schwarze Peter den Beschäftigten der Seniorenwohnheime zugeschoben – und genau hier liegt der zentrale Widerspruch. Wenn 90 % der Mehrkosten vom Land getragen werden und zusätzlich rund 67 Millionen Euro in die Seniorenheime fließen, können Pflegekräfte nicht als Hauptursache für die stark steigenden Tarife herangezogen werden. Faire, inflationsangepasste Löhne sind notwendig und richtig.
Tatsache ist, dass besonders im Jahr 2025 die Erhöhungen der Tagessätze sehr unterschiedlich ausgefallen sind und viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen von den plötzlichen Erhöhungen überrascht wurden. Auch die Begründungen für die Tariferhöhungen waren unterschiedlich und nicht nur die Folge von Lohnerhöhungen der Bediensteten.
Und das ist noch nicht das Ende: Für 2027 sind bereits weitere Erhöhungen von 2 Euro pro Tag geplant. Den Preis zahlen am Ende die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.