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Mehr­heit lehnt Maß­nah­men zur Kin­der­be­treu­ung ab, die sie selbst seit Mona­ten ankündigt

Die Mehr­heit hat einen Vor­schlag der Team K‑Landtagsabgeordneten Maria Eli­sa­beth Rie­der zur Wei­ter­ent­wick­lung der Kin­der­be­treu­ung abge­lehnt – obwohl dar­in Maß­nah­men ent­hal­ten sind, die die Lan­des­re­gie­rung seit lan­gem selbst ankün­digt und in ihrem eige­nen Regie­rungs­pro­gramm als Ziel fest­ge­schrie­ben hat. Dass der Hand­lungs­be­darf groß ist, bestä­tigt die aktu­el­le Stu­die des Bera­tungs­un­ter­neh­mens KOMMA: 78 Pro­zent der Befrag­ten sehen Schwie­rig­kei­ten bei der Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf, bei betrof­fe­nen Fami­li­en mit Kin­dern unter 16 Jah­ren sind es sogar 86 Prozent. 

„Ich habe mit mei­nem Antrag kei­ne unrea­lis­ti­schen For­de­run­gen auf­ge­stellt. Ich habe Maß­nah­men auf­ge­grif­fen, über die Lan­des­rat Acham­mer und Lan­des­rä­tin Pamer seit über einem Jahr spre­chen und die von der Lan­des­re­gie­rung selbst als not­wen­dig bezeich­net wer­den“, erklärt Maria Eli­sa­beth Rie­der, der Aus­bau und Wei­ter­ent­wick­lung der Kin­der­be­treu­ung ist seit Lan­gem eine gesell­schaft­li­che Not­wen­dig­keit: Ist im Gleich­stel­lungs­ak­ti­ons­plan und im Koali­ti­ons­pro­gramm fest­ge­schrie­ben, wird durch die ASTAT-Fami­li­en­stu­die und die Alli­anz für Fami­lie gestützt und wur­de auch von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der SVP sowie der Sozia­len Mit­te wie­der­holt öffent­lich gefor­dert. Umso erstaun­li­cher war für mich die Ableh­nung im Land­tag. Was in den Rede­bei­trä­gen der Lan­des­re­gie­rung als zukünf­ti­ger Weg beschrie­ben wur­de, ent­spricht im Wesent­li­chen genau dem Inhalt mei­nes Beschlussantrags”. 

Maria Eli­sa­beth Rie­der erin­nert dar­an, dass ihr Antrag bereits im ver­gan­ge­nen Jahr behan­delt wer­den soll­te. Damals sei sie gebe­ten wor­den, den Antrag aus­zu­set­zen, um  gemein­sam an einer Lösung zu arbei­ten. „Ich habe mei­nen Antrag damals aus­ge­setzt, weil mir zuge­si­chert wur­de, dass gemein­sam an einem Kon­zept gear­bei­tet wird. Über ein Jahr spä­ter gibt es zwar noch immer Arbeits­ti­sche und zahl­rei­che Ankün­di­gun­gen, ein kon­kre­tes Gesamt­kon­zept liegt aber bis heu­te nicht vor. Des­halb habe ich den Antrag erneut ein­ge­bracht.“ Der Beschluss­an­trag umfasst die Aus­ar­bei­tung eines ganz­heit­li­chen Bil­dungs- und Betreu­ungs­kon­zepts für Kin­der von 0 bis 14 Jah­ren, die Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Som­mer­be­treu­ung sowie die Abschaf­fung der Click­days. Aus­drück­lich fest­ge­schrie­ben ist dabei, dass das Kin­der­gar­ten­per­so­nal durch fle­xi­ble Arbeits­zeit­mo­del­le und eine ange­mes­se­ne Ent­loh­nung in die Som­mer­be­treu­ung ein­ge­bun­den wer­den könn­te. Von einer Ver­pflich­tung oder einem Zwang des Kin­der­gar­ten­per­so­nals ist im Antrag kei­ne Rede. Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te des Team K schlägt in ihrer Stel­lung­nah­me im Land­tag vor, neue Gesich­ter an einen Tisch zu holen und den Mut für Neu­es auf­zu­brin­gen, um gemein­sam offen und ehr­lich dar­über zu spre­chen, wie eine zeit­ge­mä­ße Kin­der­be­treu­ung aus­se­hen kann. Sie erin­nert dar­an, dass Lan­des­rä­tin Pamer noch vor einem Jahr eine „Kin­der­gar­ten­re­vo­lu­ti­on“ ange­kün­digt und den Aus­bau der Kin­der­be­treu­ung als zen­tra­les Ziel bezeich­net hat­te. Von die­sen ambi­tio­nier­ten Ankün­di­gun­gen ist aller­dings nur noch wenig übrig. 

Für die Team K Land­tags­ab­ge­ord­ne­te zeigt die Land­tags­de­bat­te einen deut­li­chen Wider­spruch zwi­schen poli­ti­schen Ankün­di­gun­gen und dem Abstim­mungs­ver­hal­ten im Land­tag. „Wenn die­sel­ben Inhal­te von der Lan­des­re­gie­rung ange­kün­digt wer­den, gel­ten sie als rich­ti­ger Weg. Wer­den sie als Vor­schlag der Oppo­si­ti­on ein­ge­bracht, fin­den sie plötz­lich kei­ne Mehr­heit. Für die betrof­fe­nen Fami­li­en macht die­ser Unter­schied kei­nen Sinn. Seit Jah­ren wird über die­se The­men dis­ku­tiert. Nie­mand stellt die Arbeit der Gemein­den, der Trä­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen oder der vie­len enga­gier­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter infra­ge. Ich sehe durch­aus die Bemü­hun­gen der Lan­des­re­gie­rung, ins­be­son­de­re beim Aus­bau der ver­län­ger­ten Betreu­ungs­an­ge­bo­te in den Kin­der­gär­ten. Gera­de des­halb ver­ste­he ich nicht, war­um ein Vor­schlag abge­lehnt wird, der genau die­sel­be Rich­tung ein­schlägt. Fami­li­en ist es egal, von wel­cher Par­tei ein guter Vor­schlag kommt. Sie wol­len ver­läss­li­che Betreu­ung und Lösun­gen, die sich an ihren Bedürf­nis­sen und die der Kin­der orientieren.”

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