Webseite (2)

Pfle­ge­ein­stu­fung: Mehr­heit sagt Nein zur Ver­kür­zung der Wartezeiten

Wie emo­tio­nal und belas­tend das The­ma der Pfle­ge­ein­stu­fung ist, zeig­te sich heu­te erneut im Süd­ti­ro­ler Land­tag. Die zahl­rei­chen Wort­mel­dun­gen im Ple­num mach­ten deut­lich, dass es hier nicht nur um Ver­wal­tungs­ab­läu­fe oder sta­tis­ti­sche Kenn­zah­len geht, son­dern um Men­schen in äußerst schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen. Die von der Team K Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Maria Eli­sa­beth Rie­der ein­ge­brach­ten kon­kre­ten Vor­schlä­ge zur Ver­kür­zung der War­te­zei­ten bei der Pfle­ge­ein­stu­fung wur­den von der Mehr­heit abge­lehnt. Wäh­rend die gesam­te Oppo­si­ti­on den Beschluss­an­trag mit­un­ter­zeich­net hat­te und dafür gestimmt hat, hat die Mehr­heit dage­gen gestimmt. 

17:17 war das Ergeb­nis der Abstim­mung im Land­tag — damit ist der Beschluss­an­trag abge­lehnt. “Das Anlie­gen der  4.183 Unterzeichner:innen der Peti­ti­on “Wir war­ten nicht mehr”  wer­den damit igno­riert, das tut mir sehr leid. Lan­des­rä­tin Pamer hat unse­re Vor­schlä­ge, wie etwa die Aus­zah­lung des Pfle­ge­gel­des von Amts­we­gen abge­lehnt, doch die Vor­stel­lung eines “genau­en Fahr­plans” ist sie lei­der schul­dig geblie­ben”, sagt die Erst­un­ter­zeich­ne­rin Maria Eli­sa­beth Rieder. 

Die Pfle­ge eines Ange­hö­ri­gen zu Hau­se gehört wohl zu den größ­ten Belas­tun­gen, die ein Mensch im Leben tra­gen kann. Neben der emo­tio­na­len und psy­chi­schen Her­aus­for­de­rung kom­men oft auch erheb­li­che phy­si­sche und finan­zi­el­le Belas­tun­gen hin­zu. Vie­le Fami­li­en sehen sich zusätz­lich mit kom­ple­xer Büro­kra­tie kon­fron­tiert. Dabei geht es nicht um Ein­zel­fäl­le: In Süd­ti­rol leben der­zeit über 15.000 pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen, mehr als 70 Pro­zent wer­den zu Hau­se betreut. Hin­ter jeder Zahl steht ein Mensch – mit einer ganz per­sön­li­chen Geschich­te und einer oft sehr belas­ten­den Lebens­si­tua­ti­on“, erklär­te Maria Eli­sa­beth Rie­der im Rah­men der Land­tags­sit­zung. Die aktu­el­len Zah­len zei­gen den wach­sen­den Hand­lungs­be­darf deut­lich: Im Jahr 2025 wur­den 7.421 Ansu­chen zur Pfle­ge­ein­stu­fung ein­ge­reicht, davon wur­den bis Jah­res­en­de 3.374 nicht bear­bei­tet. Gleich­zei­tig ist die Zahl der Ein­stu­fungs­teams in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zurück­ge­gan­gen – von 20 Teams im Jahr 2020 über 19 Teams im Jahr 2023 auf der­zeit 17 Teams.

Wer auf eine Ein­stu­fung war­tet, steht oft vor enor­men finan­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen. Pfle­ge­leis­tun­gen müs­sen vor­fi­nan­ziert wer­den, Ange­hö­ri­ge redu­zie­ren ihre Arbeits­zeit oder geben ihre Arbeit ganz auf – und das nicht irgend­wann, son­dern sofort. Des­halb brau­chen die Betrof­fe­nen kei­ne wei­te­ren Ankün­di­gun­gen, son­dern end­lich kon­kre­te Ent­schei­dun­gen“, so Maria Eli­sa­beth Rie­der. Wie groß der Hand­lungs­druck ist, zeigt auch die Reso­nanz auf die Peti­ti­on und die über 1.500 Rück­mel­dun­gen von Betrof­fe­nen. Beson­ders schwie­rig ist die Situa­ti­on für Fami­li­en, deren Ange­hö­ri­ge an Demenz oder ande­ren fort­schrei­ten­den Erkran­kun­gen lei­den. Der Gesund­heits­zu­stand der Betrof­fe­nen ver­än­dert sich häu­fig rasch, wäh­rend die Ein­stu­fung oft mona­te­lang auf sich war­ten lässt.

„Dass das Pfle­ge­geld in Süd­ti­rol eine wich­ti­ge und sozi­al­po­li­tisch bedeu­ten­de Leis­tung ist, steht außer Fra­ge. Gera­de des­halb müs­sen wir sicher­stel­len, dass die­se Unter­stüt­zung auch zeit­nah bei den Men­schen ankommt. Wenn der Staat von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ver­langt, Fris­ten ein­zu­hal­ten, dann muss auch die öffent­li­che Ver­wal­tung ihre Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Ich wer­de das The­ma wei­ter­hin mit Nach­druck ver­fol­gen. Denn eines ist klar: „Ver­spre­chen sind schnell gemacht. Aber Ver­spre­chen schaf­fen auch Erwar­tun­gen – und die­se müs­sen erfüllt wer­den,” beton­te Maria Eli­sa­beth Rie­der abschließend.

Mit 17:17 Stim­men wur­de mein Beschluss­an­trag abge­lehnt. Wie erwar­tet hat die Mehr­heit mei­ne kon­kre­ten Vor­schlä­ge zur Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on bei der Pfle­ge­ein­stu­fung abge­lehnt. Damit wird das Anlie­gen der 4.183 Unterzeichner:innen der Peti­ti­on „Wir war­ten nicht mehr“ ignoriert.Wieder ein­mal viel Gere­de über Zah­len und Geld­sum­men, jedoch wenig, was tat­säch­lich in die Zukunft gerich­tet ist – so lässt sich die Stel­lung­nah­me der Lan­des­rä­tin zusam­men­fas­sen. Und wie­der wur­den Ankün­di­gun­gen gemacht. Eines ist klar: Ver­spre­chen sind schnell gemacht. Aber Ver­spre­chen schaf­fen auch Erwar­tun­gen – und die­se müs­sen erfüllt wer­den. Des­halb wer­den wir nun sehr genau beob­ach­ten, was in den nächs­ten Wochen und Mona­ten tat­säch­lich passiert.

YouTube

Mit dem Laden des Vide­os akzep­tie­ren Sie die Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.
Mehr erfah­ren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Vide­os akzep­tie­ren Sie die Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.
Mehr erfah­ren

Video laden

Beitrag teilen