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Tag der Allein­er­zie­hen­den: Wer allein erzieht, wird in Süd­ti­rol zu oft allein gelassen

Zum Tag der Allein­er­zie­hen­den erin­nert die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Maria Eli­sa­beth Rie­der auf eine sozia­le Rea­li­tät, die zu wenig Beach­tung fin­det: Allein­er­zie­hen­de und ihre Kin­der gehö­ren in Süd­ti­rol zu den Grup­pen mit dem höchs­ten Armuts­ri­si­ko. Rund 9.000 Einel­tern­fa­mi­li­en mit etwa 15.000 Kin­dern leben im Land, und fast jede zwei­te die­ser Fami­li­en gilt als armutsgefährdet.

„Allein­er­zie­hen­de stem­men die Ver­ant­wor­tung für Kin­der, Haus­halt und Erwerbs­ar­beit meist allein. Trotz­dem wer­den sie in unse­rem Sozi­al­sys­tem oft so behan­delt, als hät­ten sie genü­gend Unter­stüt­zung, dabei wer­den sie zu Bitt­stel­le­rin­nen degra­diert“, erklärt Maria Eli­sa­beth Rie­der. Allein­er­zie­hen­de leis­ten jeden Tag Enor­mes. Sie tra­gen die Ver­ant­wor­tung für Kin­der, Haus­halt und Beruf oft allein. Trotz­dem müs­sen vie­le von ihnen stän­dig um ihr finan­zi­el­les Über­le­ben kämp­fen. Beson­ders besorg­nis­er­re­gend ist die Armuts­ge­fähr­dung: Wäh­rend rund 17 Pro­zent aller Haus­hal­te in Süd­ti­rol als armuts­ge­fähr­det gel­ten, trifft dies auf etwa 45 Pro­zent der Einel­tern­fa­mi­li­en zu. Damit gehö­ren Allein­er­zie­hen­de zur am stärks­ten von Armut betrof­fe­nen Bevöl­ke­rungs­grup­pe. Ein beson­ders gro­ßes Pro­blem ist das Woh­nen. Vie­le Allein­er­zie­hen­de sind auf eine Miet­woh­nung und damit auf den Miet­bei­trag ange­wie­sen. Die Bean­tra­gung der Unter­stüt­zung ist jedoch mit gro­ßem büro­kra­ti­schen Auf­wand ver­bun­den, alles muss offen­ge­legt wer­den, so müs­sen auch sämt­li­che Kon­to­aus­zü­ge vor­ge­legt wer­den.  Kri­tik übt das Team K vor allem an der Pra­xis, nicht erhal­te­ne Unter­halts­zah­lun­gen als soge­nann­tes figu­ra­ti­ves Ein­kom­men anzu­rech­nen. „Wer kei­nen Unter­halt erhält, darf nicht auch noch bei den Sozi­al­leis­tun­gen so behan­delt wer­den, als wäre die­ser bezahlt wor­den. Für vie­le Betrof­fe­ne ist das eine dop­pel­te Bestra­fung:  Zuerst bleibt der Unter­halt aus, anschlie­ßend ver­lie­ren sie mög­li­cher­wei­se Ansprü­che auf wich­ti­ge Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen“, so die Team K Abge­ord­ne­te.

Neben der finan­zi­el­len Belas­tung kämp­fen vie­le Allein­er­zie­hen­de mit der schwie­ri­gen Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie, knap­pen Betreu­ungs­an­ge­bo­ten und orga­ni­sa­to­ri­schen Her­aus­for­de­run­gen im All­tag. Des­halb braucht es geziel­te Maß­nah­men, um die­se Fami­li­en zu ent­las­ten. Das Team K for­dert eine Über­ar­bei­tung der Kri­te­ri­en und die Erhö­hung der Sozi­al­leis­tun­gen und Miet­bei­trä­ge. Nicht figu­ra­ti­ve Ein­kom­men, son­dern die tat­säch­li­che wirt­schaft­li­che Situa­ti­on müs­se Grund­la­ge für die Gewäh­rung von Unter­stüt­zun­gen sein.

„Am Tag der Allein­er­zie­hen­den geht’s nicht um Fei­ern, son­dern ums Hin­schau­en. Solan­ge Allein­er­zie­hen­de die höchs­te Armuts­ge­fähr­dung tra­gen und beim Zugang zu Leis­tun­gen immer wie­der an büro­kra­ti­schen Hür­den schei­tern, besteht drin­gen­der poli­ti­scher Hand­lungs­be­darf. Wer Kin­der allei­ne groß­zieht, darf vom Land nicht allei­ne gelas­sen wer­den“, for­dert Maria Eli­sa­beth Rie­der abschließend.

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