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Wenn siche­re Arbeits­plät­ze ver­schwin­den: Aus­la­ge­run­gen der Rei­ni­gungs­diens­te im Süd­ti­ro­ler Sani­täts­be­trieb schrei­ten voran

Maria Eli­sa­beth Rie­der hat eine Anfra­ge an den zustän­di­gen Lan­des­rat Mess­ner gerich­tet, um Klar­heit über die fort­schrei­ten­de Aus­la­ge­rung der Rei­ni­gungs­diens­te in Süd­ti­rols Kran­ken­häu­sern zu erhal­ten. Denn still und lei­se  voll­zieht sich eine schritt­wei­se Umstruk­tu­rie­rung der Rei­ni­gungs­diens­te. Immer mehr Rei­ni­gungs­diens­te wer­den an die exter­ne Fir­ma Mar­kas übertragen.

In den Gesund­heits­be­zir­ken Bozen sowie Bri­xen – Wipp­tal ist die­ser Pro­zess bereits voll­stän­dig abge­schlos­sen; dort erbringt die Fir­ma Mar­kas sämt­li­che Rei­ni­gungs­diens­te – zu einem jähr­li­chen Auf­trags­vo­lu­men von rund 14 Mil­lio­nen Euro. In den Bezir­ken Meran–Schlanders und Bruneck–Innichen besteht aktu­ell noch ein Misch­sys­tem: Ein Teil der Rei­ni­gungs­kräf­te ist direkt beim Süd­ti­ro­ler Sani­täts­be­trieb ange­stellt, wäh­rend ein wei­te­rer Teil über die Fir­ma Mar­kas beschäf­tigt wird. Aber laut der erteil­ten Ant­wort von Lan­des­rat Mess­ner ist vor­ge­se­hen, den gesam­ten Rei­ni­gungs­dienst im Gesund­heits­be­zirk Meran — Schland­ers aus­zu­la­gern. Kon­kret bedeu­tet dies, dass schei­den­des Per­so­nal vom Süd­ti­ro­ler Sani­täts­be­triebs nicht mehr ersetzt wird; die frei­en Stel­len aus­schließ­lich durch Beschäf­tig­te der pri­va­ten Rei­ni­gungs­fir­ma Mar­kas ersetzt wer­den. Die Abrech­nung der ordent­li­chen Rei­ni­gung erfolgt nach Qua­drat­me­ter­prei­sen, die sich je nach Risi­ko­ka­te­go­rie der zu rei­ni­gen­de Berei­che unter­schei­den. Wie vie­le Arbeits­kräf­te der exter­ne Dienst­leis­ter dafür ein­setzt, liegt jedoch aus­schließ­lich in des­sen Kom­pe­tenz und ent­zieht sich jeg­li­chem Ein­fluss des Sanitätsbetriebs.

Für Maria Eli­sa­beth Rie­der nicht der rich­ti­ge Weg: „Damit gehen Schritt für Schritt sta­bi­le, geschütz­te und tarif­lich gere­gel­te Arbeits­plät­ze ver­lo­ren. Tätig­kei­ten, die bis­her im öffent­li­chen Dienst ver­an­kert waren, wer­den zu extern erbrach­ten Nied­rig­lohn­jobs, in denen weni­ger qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter oft­mals unter unsi­che­ren Bedin­gun­gen tätig sind. Es ist besorg­nis­er­re­gend, dass ein so zen­tra­ler Bereich wie die Kran­ken­haus­rei­ni­gung schlei­chend pri­va­ti­siert wird. Wo frü­her siche­re Arbeits­plät­ze im öffent­li­chen Dienst bestan­den, ent­ste­hen nun Nied­rig­lohn­ver­hält­nis­se ohne ver­läss­li­che Rahmenbedingungen.“

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