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Team K setzt auf das Pus­ter­tal – Bru­neck als Stand­ort für die Pfle­ge­aus­bil­dung ausbauen

Der Pfle­ge­be­darf steigt – doch es fehlt an Fach­kräf­ten. Genau hier setzt ein Beschluss­an­trag des Team K an, der in die­ser Woche im Land­tag behan­delt wird: Kern des Antrags ist der Aus­bau der wohn­ort­na­hen Pfle­ge­aus­bil­dung im Pus­ter­tal sowie eine stär­ke­re Ver­knüp­fung von Aus­bil­dung und Pra­xis. Im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz am Rat­haus­platz in Bru­neck haben die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Maria Eli­sa­beth Rie­der sowie das Team K Bru­neck – Wil­ma Huber, Moni­ka Rie­der und Ger­hard Elzen­bau­mer – und Horst Pes­col­de­rung ihren Vor­schlag prä­sen­tiert: Bru­neck soll als Aus­bil­dungs­stand­ort mit gro­ßem Poten­zi­al wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den, um jun­gen Men­schen den Ein­stieg in den Pfle­ge­be­ruf vor Ort zu ermög­li­chen und lang­fris­tig die Ver­sor­gung im Pus­ter­tal abzusichern.

 Aus­gangs­punkt ist eine Ent­wick­lung, die sich zuspitzt: Der Pfle­ge­be­darf steigt, gleich­zei­tig feh­len in vie­len Ein­rich­tun­gen die not­wen­di­gen Fach­kräf­te. Gera­de im Pus­ter­tal zeigt sich: Struk­tu­ren sind vor­han­den – doch Bet­ten blei­ben unge­nutzt, weil Per­so­nal fehlt. Ein zen­tra­ler Hebel liegt daher in der Aus­bil­dung. Im Pus­ter­tal feh­len wohn­ort­na­he Ange­bo­te für jun­ge Men­schen, die nach der Pflicht­schu­le in den Pfle­ge­be­ruf ein­stei­gen möch­ten. Zwar gibt es in Die­ten­heim einen berufs­be­glei­ten­den Lehr­gang für Pflegehelfer:innen und Sozialbetreuer:innen – ein wich­ti­ges und bewähr­tes Ange­bot, das sich jedoch in ers­ter Linie an Erwach­se­ne rich­tet. Damit bleibt eine ent­schei­den­de Ziel­grup­pe außen vor: jun­ge Men­schen, die sich früh­zei­tig für einen Pfle­ge­be­ruf ent­schei­den könn­ten. Statt eines direk­ten Ein­stiegs vor Ort müs­sen sie oft lan­ge Anfahrts­we­ge in Kauf neh­men oder den Wohn­ort wech­seln – für vie­le eine zu hohe Hür­de. Die Fol­ge: Poten­zi­al bleibt ungenutzt.

 Für die Team-K-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Maria Eli­sa­beth Rie­der ist klar: „Wer den Fach­kräf­te­man­gel in der Pfle­ge wirk­sam bekämp­fen will, muss die Aus­bil­dung dort­hin brin­gen, wo die Men­schen leben. Gera­de für Jugend­li­che nach der Pflicht­schu­le erschwe­ren ein Wohn­ort­wech­sel oder lan­ge Anfahrts­we­ge aus den Tälern den Zugang zur Aus­bil­dung deut­lich – vie­le ent­schei­den sich des­halb gar nicht erst für die­sen Beruf. Wenn wir hier kei­ne wohn­ort­na­hen Ange­bo­te schaf­fen, ver­lie­ren wir genau jene jun­gen Men­schen, die wir drin­gend brau­chen. Des­halb müs­sen wir gezielt in regio­na­le Aus­bil­dungs­struk­tu­ren inves­tie­ren und den Ein­stieg in den Pfle­ge­be­ruf vor Ort ermög­li­chen.“

 Moni­ka Rie­der, lang­jäh­ri­ge Berufs­kran­ken­pfle­ge­rin am KH Bru­neck,  betont die Dring­lich­keit der Pfle­ge­aus­bil­dung: „Der Pfle­ge­be­darf wird wei­ter stei­gen. Gleich­zei­tig gera­ten Fami­li­en zuneh­mend unter Druck, wenn Unter­stüt­zung fehlt oder nicht aus­rei­chend ver­füg­bar ist. Der Pfle­ge­not­stand ist längst Rea­li­tät. Umso wich­ti­ger ist es, dass Aus­bil­dungs­we­ge eng mit den bestehen­den Struk­tu­ren vor Ort ver­zahnt sind. Prak­ti­ka in den Struk­tu­ren vor Ort ermög­li­chen früh­zei­tig Ein­bli­cke, stär­ken die Bin­dung an die Regi­on und erleich­tern den Ein­stieg in den Beruf.“

 Ger­hard Elzen­bau­mer, selbst ehren­amt­lich tätig, ver­weist auf die Situa­ti­on vor Ort: „In Bru­neck gibt es funk­tio­nie­ren­de Struk­tu­ren und ein star­kes ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment – etwa bei Diens­ten wie Essen auf Rädern. Gleich­zei­tig sehen wir, dass vor­han­de­ne Kapa­zi­tä­ten nicht genutzt wer­den kön­nen, weil das Per­so­nal fehlt.“

 Wil­ma Huber weist auf die von der Lan­des­rä­tin ange­kün­dig­ten Bau­vor­ha­ben im Pus­ter­tal hin, so etwa das Senio­ren­heim in Pfal­zen oder den geplan­ten Aus­bau von Tages­pfle­ge und sta­tio­nä­ren Ange­bo­ten in Bru­neck, Tob­lach und Wels­berg. „Für all die­se Ein­rich­tun­gen braucht es Per­so­nal, gera­de für das Pus­ter­tal ist es ent­schei­dend, Aus­bil­dungs­an­ge­bo­te vor Ort auszubauen.Viele jun­ge Men­schen haben der­zeit kei­ne rea­lis­ti­sche Mög­lich­keit, eine ent­spre­chen­de Aus­bil­dung im Pus­ter­tal zu absol­vie­ren.“

Horst Pes­col­de­rung for­dert in sei­ner Stel­lung­nah­me eine ange­mes­se­ne Bezah­lung und die Klä­rung in Hin­sicht auf neue Berufs­bil­der im Sozia­len. „Für das neu ein­ge­führ­te Berufs­bild der Krankenpflegeassistent:in sind vie­le Fra­gen offen, was den Auf­ga­ben­be­reich, aber auch die Ein­stu­fung betrifft, hier besteht drin­gend Klä­rungs­be­darf.“

 Kon­kret sieht der Beschluss­an­trag vor, den Aus­bil­dungs­stand­ort Bru­neck schritt­wei­se aus­zu­bau­en, regio­na­le Aus­bil­dungs­part­ner­schaf­ten zu stär­ken und Aus­bil­dung sowie Pra­xis vor Ort enger zu ver­zah­nen. Ergän­zend sol­len geziel­te Infor­ma­ti­ons­maß­nah­men dazu bei­tra­gen, mehr jun­ge Men­schen für Pfle­ge­be­ru­fe zu gewin­nen und den Zugang zur Aus­bil­dung wei­ter zu öff­nen. Abschlie­ßend betont das Team K: „Mit die­sem Beschluss­an­trag legen wir kon­kre­te, nach­voll­zieh­ba­re und umsetz­ba­re Lösungs­vor­schlä­ge vor, die in die Zukunft gerich­tet sind. Es wäre nicht nach­voll­zieh­bar, die­sen Ansatz nicht zumin­dest ernst­haft zu prü­fen. Wir sehen kei­nen sach­li­chen Grund, die­sen Vor­schlag nicht wei­ter­zu­ver­fol­gen. Wir erwar­ten uns hier eine kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit mit der Lan­des­re­gie­rung bei der Prü­fung und Umset­zung unse­rer Vorschläge.“

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