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Gegen rechts mar­schie­ren, mit rechts regie­ren. Die gefähr­li­che Dop­pel­mo­ral der SVP

Das Team K spricht sich klar gegen die ange­kün­dig­te „Remigrations“-Demonstration aus und unter­stützt die Gegen­de­mons­tra­ti­on, an der auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Team K teil­neh­men wer­den. Die Ableh­nung rechts­extre­mer Ideo­lo­gien und die Ver­tei­di­gung ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Wer­te sind für uns eine demo­kra­ti­sche Selbstverständlichkeit.

Die Hal­tung der SVP,  ins­be­son­de­re des Lan­des­haupt­manns,  ist mehr als wider­sprüch­lich. Am Sams­tag wird der Lan­des­haupt­mann gemein­sam mit „No Excu­ses“ demons­trie­ren, also jener Grup­pe, die sich 2024 gegen ihn und die Regie­rungs­be­tei­li­gung der Rech­ten aus­ge­spro­chen hatte.

Auch in Süd­ti­rol zeigt sich somit ein besorg­nis­er­re­gen­des poli­ti­sches Mus­ter: Regie­ren­de Akteu­re tre­ten öffent­lich gegen extre­mis­ti­sche Ideo­lo­gien auf,  wäh­rend sie gleich­zei­tig auf Regie­rungs­ebe­ne mit Kräf­ten koalie­ren, die genau sol­che Ideo­lo­gien ver­tre­ten, för­dern oder nor­ma­li­sie­ren. Die­ser Wider­spruch unter­gräbt nicht nur demo­kra­ti­sche Glaub­wür­dig­keit, son­dern gefähr­det das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung in die poli­ti­sche Inte­gri­tät ihrer Institutionen.

Was in Bozen nun pas­siert, ist para­dox. Regie­ren­de demons­trie­ren gegen die Fol­gen ihrer eige­nen Koali­ti­ons­ent­schei­dun­gen. Die­se Ent­schei­dung war nicht unaus­weich­lich. Sie war poli­tisch. Sie war gewollt. Und sie trägt Ver­ant­wor­tung für die Dyna­mi­ken, die man nun öffent­lich beklagt.

Die Behaup­tung des Lan­des­haupt­man­nes Kom­patscher, es habe kei­ne alter­na­ti­ve Mög­lich­keit zur Regie­rungs­bil­dung gege­ben, ent­spricht nicht der Wahr­heit. Eine ande­re Mehr­heit wäre rech­ne­risch ohne Pro­ble­me mög­lich gewe­sen und das Team K war zur Mit­ar­beit bereit. Der Lan­des­haupt­mann hat sich den­noch für eine Zusam­men­ar­beit mit den rech­ten Kräf­ten ent­schie­den,  eine Ent­schei­dung, die legi­tim ist, für die er jedoch auch die Ver­ant­wor­tung über­neh­men muss, statt die Men­schen in Süd­ti­rol für dumm zu verkaufen.

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